Mai 30th, 2010 | No Comments »

Der Tag an dem sich alles veränderte – Mein Winzling schlüpft (wird herausgezogen)

Ein geplanter Kaiserschnitt sollte es werden. Geplant war der 8.03.2010.
Mein Mann fragte gleich die Frauenärztin, ob man sich nicht ein schöneres Datum aussuchen konnte z.B. den 03.03.. Nein, man wollte dem Winzling noch die Möglichkeit geben, sich zu drehen.
Aber die Kleine wollte sich nicht drehen und auch nicht mehr warten.
Tagelang entdeckte ich eine gewisse ‚Inkontinenz’ bei mir. Immer wenn ich meine Kugel von der Couch bewegte, tröpfelte es in meine überdimensionale Schwangerschaftsunterhose.
Am Abend des zweiten März kam meinem Mann der Einfall sein hochgeschätztes, allwissendes, weiß funkelndes iPhone zu benutzen, um nach Anzeichen eines Blasensprungs zu suchen.
Jaaaa, meine Fruchtblase war gerissen und ich hatte nichts gemerkt.

Am 03.03 fuhren wir in die Klinik und um 14.28 Uhr schlüpfte die Kleine.
Genau genommen war sie eher passiv und ließ sich herausziehen, um dann mit einer Heul und Schreiarie den OP-Saal zum Beben zu bringen.

Es war trotz des Kaiserschnittes ein tolles Geburtserlebnis. Ich war bei vollem Bewusstsein und mein Ehemann saß neben mir.
Mein Gehirn musste nun erst einmal begreifen, dass ich zwar gerade aufgeschnitten und verletzt wurde und trotzdem keinen Schmerz spürte. Ich fühlte ein Rütteln und etwas Druck – sonst nichts. Der erste Schrei meines Kindes erfüllte den Raum, es sollte nicht der Letzte sein.

Sollte man sich vorher mal mit dem Gedanken beschäftigt haben was Liebe ist, was es heißt zu lieben, dann weiß man auf einmal, dass es kein größeres und schöneres Gefühl auf der Welt gibt.
Auf einmal trägt man Verantwortung für diesen kleinen Wurm, der so hilflos ist.
Die Zeit des unaufhörlichen Windelnwechselns und der schlaflosen Nächte hat begonnen.

Aus einer kugelrunden Gebärkuh wird in kurzer Zeit die allzeit bereite Milchkuh, die ohne Stilleinlagen nicht mehr existieren kann.

Fixiert, hormonverwirrt und von Liebe erfüllt, macht man aus Freude täglich das Gleiche:
Nicht schlafen, überfüllte Windeln wechseln, eigene Milch produzieren und verabreichen, den Säugling zum Pupsen und Rülpsen animieren und sich wie eine Irre über ein Augenzwinkern des Wurmes freuen.
Gut, dass die Natur mich nicht ohne diese hervorragenden Mamigefühle zurückgelassen hat.
Um es jetzt mal aus meiner Sicht zu beschreiben:
Es ist das Schönste, was es gibt eine Mama zu sein!

Posted in Schwangerschaft